Jeder mag Karten

Jasper Funk-Smit

Von Jasper Funk-Smit
12.04.2021 | 4 Minuten Lesezeit

Jeder mag Karten, und wenn eine Sammlung so groß und vielfältig ist wie unsere, kann es nützlich sein, eine Vorstellung davon zu bekommen, woher all diese Insekten, Mineralien, Tierstimmen, Fossilien und andere Gegenstände tatsächlich stammen. Um dies zu erleichtern, haben wir ein Tool namens Map Explorer entwickelt, das ein integrativer Bestandteil unseres kürzlich eingeführten Datenportals ist.

Überblick

Die Hauptansicht unseres Map Explorers besteht aus drei Hauptelementen. Im Kartenbereich kannst du mit der Maus (oder den Fingern, falls du einen Touchscreen verwendest) hinein- und herauszoomen. Du kannst die Karte auch verschieben, indem du sie ziehst. Beobachte, wie sich die Elemente auf der rechten Seite ändern. Wenn du den Kartenausschnitt änderst, dann wird der rechte Teil aktualisiert und zeigt alle Elemente an, die sich in diesem bestimmten Kartenausschnitt befinden.

Wenn Du auf einen der blauen Kreise klickst, die auf der Karte verteilt sind, dann wird eine kleine Sprechblase geöffnet, die weitere Details darüber enthält, was sich an diesem bestimmten Ort auf der Karte befindet. Tatsächlich stellen diese blauen Kreise sogenannte Cluster dar. Ein Cluster ist eine Ansammlung verschiedener Dinge (Proben, Steine, Tierstimmenaufzeichnungen usw.), die zu einem bestimmten Kartenbereich gehören.

Manchmal kann die Datenmenge überwältigend sein, dann ist es eine gute Idee, die Suche einzugrenzen. Dazu kannst du einen der Filter im oberen Kartenbereich verwenden. Wenn du beispielsweise nur Ergebnisse aus dem Tierstimmenarchiv anzeigen möchtest, dann musst nur auf die Schaltfläche Sammlung klicken und Tierstimmenarchiv aus der Liste auswählen.

Hier siehst du den Map Explorer in Aktion:

Eine visuelle Tour mit dem Karten-Explorer

Hinter den Kulissen

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Beitrags enthielt unsere Datenbank etwas mehr als 10000 Medien, denen geografische Koordinaten zugeordnet waren. Wir wissen jedoch, dass diese Anzahl in den kommenden Monaten und Jahren kontinuierlich zunehmen wird, da immer mehr Medien in unsere Datenbank importiert werden. Das Clustering großer Punktmengen auf einer Karte erfordert jedoch viele Rechenressourcen, und die meisten Webbrowser würden bald mit solchen Aufgaben überfordert sein. Daher mussten wir eine andere Lösung finden, um dieses Problem zu lösen.

Die Lösung ist einfach und dennoch leistungsstark. Für jede Mediendatei in unserer Datenbank, welches eine geografische Referenz hat, die normalerweise als Längen- und Breitengrad codiert ist, speichern wir auch eine kurze alphanumerische Zeichenfolge, die diesen Ort repräsentiert. Eine solche Zeichenfolge wird als Geohash bezeichnet. Je länger die Zeichenkette ist, desto genauer ist sie.

Wenn du beispielsweise zu dieser Website gehst und u33 im Feld Geohash eingibst, dann siehst du ein blaues Rechteck, das den Bereich auf der Weltkarte markiert, der durch diesen Geohash repräsentiert wird. Was passiert, wenn du u33db6y eingibst? Die Zeichenfolge ist länger, daher ist die Genauigkeit größer und der dargestellte Bereich muss kleiner sein. Kannst du erkennen, was sich dort befindet?

Wenn du also eine Karte verschiebst, versucht der Map Explorer, die entsprechenden Geohashes (oder Cluster) zu ermitteln, und sendet für jeden Geohash eine Abfrage an die Datenbank. Die Datenbank gibt wiederum die Anzahl der Medien für diesen bestimmten Geohash zurück.

Da Geohashes Zeichenfolgen sind und aufgrund ihrer rekursiven Natur können wir leicht eine Präfixsuche in der Datenbank verwenden, um alle Medien mit einem Geohash zu finden, der beispielsweise mit u33 beginnt. Eine solche Abfrage ist nicht nur einfach, sondern auch unglaublich schnell.

Fazit

Zusammenfassend können wir sagen, dass Geohashes eine einfache und dennoch leistungsstarke Möglichkeit bieten, georeferenzierte Daten zu indizieren und zu suchen. In einem anderen Blog-Beitrag erklären wir, wie du unsere API verwenden kannst, um unsere Datenbank nach einem bestimmten Geohash zu durchsuchen und die Daten in deinen eigenen Anwendungen einbinden kannst.

Wir hoffen, dass der Map Explorer nützlich und intuitiv zu benutzen ist. Bei Fragen oder Anregungen kontaktiere uns bitte unter portal@mfn.berlin.

Siehe auch

Geohash-Eintrag bei Wikipedia (in Englisch)