“Your Ocean Sound” im Datenportal

Christel Clerc und Nadja Tata

Von Christel Clerc und Nadja Tata
16.03.2021 | 4 Minuten Lesezeit

In diesem Frühjahr verbinden wir Unterwasserlärm und unser neu veröffentlichtes Datenportal mit dem Musik-Hackathon „Your Ocean Sound“. Eure Kreativität ist gefragt! Die Gewinner*innen präsentieren wir auf unserem nächsten Mediasphere Meetup am 26. April.

Pinguin im Ozeaneum Stralsund, Foto: Valentin Giebel
Pinguin im Ozeaneum Stralsund, Foto: Valentin Giebel

Während die Ausstellungsräume des Museums der Öffentlichkeit bis letzte Woche coronabedingt verschlossen blieben, liefen im Hintergrund alle Aktivitäten der Sammlungserschließung, der Entwicklung des Datenportals und die Planung des Musik-Hackathons auf Hochtouren. Mit dem Datenportal schaffen wir Einblicke in die Sammlung im digitalen Raum. Der Hackathon „Your Ocean Sound“ fordert Euch zur kreativen Auseinandersetzung mit der Unterwasser-Lärmverschmutzung heraus. Wie das Datenportal einen wissensbasierten Dialog unterstützt, erklären wir hier. Mehr dazu erfahrt Ihr auch im kommenden Mediasphere Meetup!

Einblicke in die Sammlung mit dem Datenportal

Wie stellt man sich naturkundliche Sammlungen vor – endlose Vitrinen, Regale und Schubladen, kühle Luft und verstaubte Register? Naturwissenschaftliche Sammlungsräume gelten als mysteriöse Orte, die Neugier aber auch Orientierungslosigkeit erwecken. Winzige Insekten, seltene Minerale, Lautäußerungen von Tieren und riesige Dinosaurierknochen der Öffentlichkeit leicht zugänglich zu machen und das Wissen um diese Objekte zu teilen, ist eines der Hauptziele des Museums für Naturkunde. Anfang 2021 öffnete die Beta-Version des Datenportals mit einer ersten Auswahl an Medien dem Publikum die Tür zur Sammlung im digitalen Raum. Was und wie suchen aber die Interessierten? Wer sind sie überhaupt? Leitfragen, die das Mediasphere-Team im Zentrum des Entwicklungsprozesses begleiteten. Nicht nur Wissenschaftler*innen haben Interesse an der Sammlung, sondern auch Akteure aus Wirtschaft, Bildung, Medien und Kultur. Deswegen ermöglicht das Portal eine den eigenen Bedürfnissen anpassbare Recherchefunktion.

Individueller Einblick durch Filter
Individueller Einblick durch Filter

Mittels Filterkombinationen wie Farbspektrum, Geodaten, Medientypen (Bild- oder Audiodateien) und spezifischen Datenfeldern liefert das Datenportal einen individuellen Einblick in die Sammlung. Kreative sortieren zum Beispiel Sammlungsobjekte nach Farben, während Wissenschaftler*innen sich taxonomisch orientieren. Das flexible Webdesign ermöglicht eine mobile Anwendung, und die Ähnlichkeitssuchfunktion zeigt zudem weitere ähnliche Objekte, die zum Stöbern und Entdecken einladen.

Über eine Programmierschnittstelle (API) können Informationen und Medien automatisiert abgefragt werden. Damit steht eine leistungsfähige Möglichkeit zur Verfügung, unser Angebot in eigene interaktive Anwendungen einzubinden. Mit Hilfe der API können unsere Daten auch unkompliziert z.B. für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz genutzt und somit neue innovative Betätigungsfelder erschlossen werden. Mehr Details dazu folgen in einem unserer nächsten Blogbeiträge.

Für den Musik-Hackathon wurde der Sammlungsbereich „Your Ocean Sound“ eingerichtet
Für den Musik-Hackathon wurde der Sammlungsbereich „Your Ocean Sound“ eingerichtet

Das Portal wird sukzessive mit neuen Einträgen gefüllt und mit zusätzlichen Funktionalitäten kontinuierlich weiterentwickelt. Außerdem unterstützt das Datenportal die Einbindung weiterer Museumsangebote.

Your Ocean Sound – der Musik-Hackathon

Der Hackathon „Your Ocean Sound“, entstanden aus dem Projekt „Hearing In Penguins“, nutzt das Datenportal, um einen akustischen Dialog über das Unterwasser-Verhältnis von Mensch und Natur anzuregen. Teilnehmende des kreativen Wettbewerbs greifen über das Datenportal auf zusammengestellte Unterwasseraufnahmen zu, die sie in ihrer Komposition re-arrangieren. Die Schönheit und Vielfalt der Tiergeräusche und/ oder die belastenden und störenden abiotischen, teils vom Menschen verursachten Lärmquellen werden dabei an die Oberfläche geholt. Walgesänge, Laute von Kabeljau, Knurrhahn und Krabbenfresser, Geräusche schmelzendes Eises, der Krach der Gletscherkalbung, Echolote, Schiffslärm und vieles mehr stehen für unzählbare Kombinationen zur Verfügung. Die kreative Auseinandersetzung mit vom Menschen verursachtem Lärm und Naturgeräuschen schafft einerseits Bewusstsein für den Unterwasserlärm innerhalb der Gesellschaft. Anderseits fördert das Projekt die Teilhabe und Diskussion von Kreativen an dem Diskurs um die Lärmverschmutzung. Auch bietet der Musik-Hackathon einen Rahmen für die Weiterentwicklung und Präsentation ihrer Kunst und unterstützt Künstler*innen in der Corona-Pandemie.

Bis einschließlich 05. April können Arbeiten eingereicht werden. Eine fachkundige Jury aus Musikern, Klangexperten und Bioakustiker*innen wird sich mit den Kompositionen auseinandersetzen. Die Gewinner*innen werden Ende April während der „Woche gegen Lärm im Meer“ beim nächsten Mediasphere Meetup bekanntgegeben. Der Wettbewerb wird mit Preisgeldern von insgesamt 1.000€ unterstützt.

Pinguinaufnahmen in der Antarktis,  Foto: Michael Beaulieu
Pinguinaufnahmen in der Antarktis, Foto: Michael Beaulieu

Meetup

Am 26. April 2021 findet das erste Mediasphere Meetup des Jahres (via Zoom) mit einem abwechslungsreichen Programm rund um das Datenportal und, passend zum Hackathon, das Thema Bioakustik statt. Außerdem freuen wir uns darauf, nicht nur die Gewinner*innen des „Your Ocean Sound“ Hackathons bekanntzugeben und in die Kompositionen reinzuhören, sondern auch auf die Vorstellung der Auswahlkriterien von Vertretern der Jury persönlich.

Ein detailliertes Programm und die Anmeldung zum Meetup erfolgen nach Ostern. Den Link werden wir mit unserem Netzwerk via Email, unsere Social Media Kanäle sowie den Mediasphere-Blog teilen. Lust dabei zu sein? Dann lasst Euch von den Unterwasserklängen inspirieren und schickt uns Eure Kompositionen bis zum 05. April! Hier geht es zum Einreichungsformular.