Museum für Naturkunde Berlin geht mit 3 Datensätzen beim Kultur-Hackathon Coding da Vinci Ost ins Rennen

Mediasphere Team

Von Mediasphere Team
12.04.2018 | 5 Minuten Lesezeit

Am 14. und 15. April 2018 geht der Kultur-Hackathon Coding da Vinci zu Ehren des offen verfügbaren digitalen Kulturerbes in die nächste Runde. Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Museum für Naturkunde Berlin wieder mit 3 ausgewählten Datensätzen und stellt diese interessierten Daten-„Tüftlern“ beim Auftaktevent in Leipzig vor.

Schnecken, Foto: Museum für Naturkunde Berlin / Carola Radke

Schnecken, Foto: Museum für Naturkunde Berlin / Carola Radke

Mitte April ist es wieder so weit. Beim Kultur-Hackathon Coding da Vinci sind engagierte ProgrammiererInnen, DesignerInnen, KünstlerInnen und weitere Interessierte erneut aufgerufen, sich auf das digitale Kulturgut deutscher Kulturinstitutionen zu stürzen und dieses in einem 9-wöchigen Kreativ-Sprint in Gestalt von VR/AR-Anwendungen, Apps, Spielen oder Konzepten wertschöpfend zu verarbeiten, ansprechend zu vermitteln oder einfach neu zu erfinden. Das Format wurde 2014 auf Initiative der Gründerpartner – Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Open Knowledge Foundation Germany e.V. (OKF DE), der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS) und Wikimedia Deutschland e.V. (WMDE) initiiert. Seitdem wurde der Kultur-Hackathon mehrfach erfolgreich in Norddeutschland und Berlin durchgeführt und nimmt 2018 mit Coding da Vinci Ost nun erstmals die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den Fokus. Coding da Vinci Ost wird gemeinschaftlich veranstaltet von der Universitätsbibliothek Leipzig, dem Institut für Digitale Technologien und OK Lab Leipzig.

Die Datenschätze des Museums für Naturkunde Berlin waren in den vergangenen Jahren auf großes Interesse gestoßen. Bei Coding da Vinci Berlin 2017 wurden 3 Projekte, die auf die Datensätze des Hauses zurückgreifen, mit Preisen bedacht. Aufgrund des durchweg positiven Feedbacks in der Vergangenheit stellt das Museum für Naturkunde Berlin in diesem Jahr bereits zum 4. Mal seine Datenschätze unter freier Lizenz zur Verfügung. Neben wissenschaftlich geprüften Tierstimmen umfassen die Datensätze in diesem Jahr eine Auswahl an ästhetisch ansprechenden hochauflösenden Bildern von Muscheln und Schnecken aus der Sammlung „Mollusca“, die mit etwa 5 Millionen Sammlungsstücken zu den umfangreichsten Kollektionen des Museums zählt. Ein dritter Datensatz beinhaltet Reisetagebücher und Exkursionsberichte des aus Potsdam stammenden „Pflanzenjägers“ Friedrich Sellow, der mit seinen Erkundungsreisen durch Südamerika (1814–1831) einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der dortigen Biodiversität leistete.

Die bereitgestellten Datensätze geben dem Betrachter eine Idee vom einzigartigen Sammlungsspektrum des Hauses. Seine Forschungsinfrastruktur nutzt das Museum nicht nur für eigene Forschungsvorhaben, sondern stellt diese neben externen WissenschaftlerInnen auch KünstlerInnen, PädagogInnen sowie weiteren Nutzergruppen zur Verfügung. Der Kultur-Hackathon bietet dem Haus eine innovative Möglichkeit, seine gewonnenen Forschungserkenntnisse einem breiten Publikum zu vermitteln und an die Gesellschaft zurückzuspielen.

Die Datenbereitstellung des Museums für Naturkunde Berlin wird im Rahmen des Projektes „Naturkunde 365/24 – Multimediales Applikationslabor des Berliner Naturkundemuseums“ realisiert. Ziel des Projektes ist es, eine nachhaltige Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft zu schaffen und durch Kooperationen mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Medien-, Tourismus- und Bildungsbranche die Beziehungen des Hauses zur Wirtschaft zu intensivieren. Naturkunde 365/24 läuft bis September 2019 und wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

Der Kick-Off des Kultur-Hackathons findet vom 14. bis 15. April an der Universitätsbibliothek Leipzig (Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig)statt. Beginn ist am 14.4. um 10 Uhr.

Coding da Vinci - Der Kultur-Hackathon ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB), der Open Knowledge Foundation Germany e.V. (OKF DE), der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS) und Wikimedia Deutschland e.V. (WMDE) und ein offizieller Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 in Deutschland (SHARING HERITAGE).